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Augenkrankheit  

GESCHLECHTSKRANKHEITEN

Praktisch bei allen übertragbaren Geschlechtskrankheiten besteht die Möglichkeit, dass die Augen in Mitleidenschaft gezogen werden. Dies kann anhand einer direkten Infektion, wie bei der Gonorrhö (Tripper) oder bei der Chlamydobakterie, oder aber aufgrund einer Infektion wie AIDS geschehen. Deshalb ist es wichtig, bei Augenproblemen dem Augenarzt mitzuteilen, wenn man an einer solchen Krankheit gelitten hat, oder immer noch leidet.
Folgende Geschlechtskrankheiten können sich auf die Augen auswirken:

Herpes

Bei Herpes handelt es sich um einen Virus, der im allgemeinen beim Geschlechtsverkehr übertragen wird. Herpes zeigt sich in Form eines Geschwürs auf den Genitalien. Bei der Frau kann es vorkommen, dass ein aktives und ansteckendes Geschwür keine Symptome aufzeigt. Sobald der Virus eine Infektion hervorruft, folgen die Viren den Sinnesnerven der infizierten Zone entlang. Die Infektion kann immer, auch nach Jahren, wiederkehren, sofern der Virus reaktiviert wird. Wenn bei Herpes Fieberblasen entstehen, so handelt es sich im allgemeinen um eine andere Virenart.

Auswirkungen auf die Augen

Bindehautentzündung:
Wenn der Herpesvirus erstmals auftritt, kann es zu einer Bindehautentzündung oder zu einem „rosa Auge" kommen. Weitere mögliche Symptome können sein: gerötete oder überlaufende Augen, kleine Bläschen auf den Lidern und ein Reibungsgefühl. Im allgemeinen ist nur eine Auge davon betroffen. Es kann sich um eine schwache Infektion handeln, die manchmal gar keine Symptome aufzeigt. Hat eine solche Infektion einmal stattgefunden, kann sie immer wiederkehren.
Hornhauterkrankung:
Im allgemeinen kann die Hornhaut bei einer Reaktivierung des Virus beschädigt werden. Im allgemeinen ist nur ein Auge davon betroffen, doch können auch beide Augen in Mitleidenschaft gezogen werden. Oft findet die Infektion an den Genitalien nicht zur selben Zeit statt wie die Infektion am Auge. Die Symptome sind: Gerötete Augen, Reibungsgefühle, Schmerzen, Lichtüberempfindlichkeit und Sehstörungen. Herpes, der die Hornhaut befällt, lässt oft Narben zurück, die das Sehvermögen beeinträchtigen können. Zur Behandlung werden Augetropfen eingesetzt. Eine regelmässige Kontrolle beim Augenarzt muss durchgeführt werden, um einen Sehverlust zu vermeiden.
Iritis:
Bei der Iritis handelt es sich um eine Augenentzündung, die der Arthritis in den Gelenken ähnelt. Herpes kann eine Iritis hervorrufen, die sich auf die Hornhaut ausbreiten kann. Die Symptome der Iritis können sein: Lichtüberempflindlichkeit, Schmerzen, undeutliches Sehen. Bei der Behandlung werden entzündungshemmende Augentropfen, entweder mit oder ohne antiviröse Stoffe, eingesetzt. Eine regelmässige Kontrolle beim Augenarzt muss durchgeführt werden.

Syphillis

Bei Syphilis handelt es sich um eine ziemlich bekannte und eher wieder zunehmende Krankheit, die eigentlich leicht mit Antibiotika behandelt werden kann. Diese Krankheit wird anhand von einer spiralförmigen Bakterie, der Spirochäte, übertragen. Bei einer ersten Infektion kommt es nach einer Inkubinationszeit von drei Wochen zu einem Geschwür an den Genitalien. Dieses Geschwür verschwindet jedoch ohne Behandlung von selber wieder. Diese Krankheit ist dann ansteckend, wenn Geschwüre auf den Genitalien vorhanden sind. Bei den Frauen kann es zu innerlichen Geschwüren kommen, die man weder sieht noch spürt. Die Krankheit entwickelt sich in verschiedenen Stadien und kann sich auf mehrere Körperteile übertragen, so z.B. auf das Gehirn und auf die Augen. Ein Labortest kann das aktive oder inaktive Stadium der Krankheit bestimmen.

Auswirkungen auf die Augen

Hornhauterkrankung:
Die Hornhaut, die „transparente Scheibe" des Auges also, kann in den ersten Stadien der Syphiliserkrankung durch eine „interstitielle Keratitis" in Mitleidenschaft gezogen werden. Dies kann zu einer Narbe auf der Hornhaut und folglich zu einem Sehverlust führen. Die Behandlung besteht darin, die Syphilis zu behandeln.
Iritis:
Die Syphilis kann eine Entzündung im Innern des Auges oder eine Iritis hervorrufen. Die Symptome können sein: gerötete Augen, Schmerzen, Lichtüberempfindlichkeit und „mouches volantes". Die Behandlung besteht im Anwenden von Steroiden und in der Behandlung der Syphilis selber.
Auswirkung auf den Sehnerv:
Wenn die Syphilis über eine lange Zeit, also über Jahre hinweg, nicht behandelt wird, kann das zentrale Nervensystem beschädigt werden (das Gehirn und das Rückenmark). Auch kann der Sehnerv in Mitleidenschaft gezogen werden, was zu dessen Entzündung und Beschädigung führt. Die wichtigsten Symptome sind der Verlust des Sehvermögens und blinde Zonen beim peripheren Sehen. Zur Behandlung wird während mindestens 10 Tagen Penicillin eingespritzt.
Auswirkung auf andere Augenteile:
Die Syphilis kann alle Augenteile, wie z.B. die Netzhaut, die Tränendrüsen und die Muskeln, welche die Augenbewegungen ermöglich, in Mitleidenschaft ziehen. Auch kann es zu einer Veränderung der Pupillenform kommen.

AIDS

Der HIV-Virus an und für sich verursacht keine Augenkrankheiten. Die Zerstörung des Immunsystems führt aber zu Krankheiten, die bei Personen, die über ein intaktes Immunsystem verfügen, nicht vorkommen. So können z.B. die Augen, und zwar alle Augenteile (die Augenhöhle und das ganze visuelle System) von Krankheiten befallen werden. Einige oft vorkommende Augenkrankheiten, die in Verbindung mit AIDS stehen, werden hier behandelt:

Beschädigung der äusseren Augenteile durch AIDS

Das trockene Auge:

Aidspatienten weisen häufig trockene Augen auf, da die Tränendrüsen durch den Virus beschädigt werden.

Das Sarkoma nach Karposi:
Beim Sarkoma nach Karposi handelt es sich um einen bösartigen Krebs, an dem 30 % der Aidspatienten leiden. Es handelt sich um einen flachen oder knollenartigen, violetten Tumor, der auf der Bindehaut, auf der durchsichtigen Schicht auf dem „Weissen des Auges" also, auftritt. Es kann aber auch die Lider miteinbeziehen. Dieses Augenleiden kann auf verschiedene Arten behandelt werden.
Molluscum Contagiosum:
Bei dieser Augenkrankheit handelt es sich um kleine, durch einen Virus hervorgerufene, hautfarbige Knoten, die sich leicht vermehren und sich auf dem Liderrand ansetzen und so das Auge reizen. Wenn AIDS vorliegt, werden diese Knötchen immer grösser und zahlreicher. Sie können entfernt werden, doch können sie jederzeit wiederkehren.
Infektion der Hornhaut:
Bei Aidspatienten kann es zu einer spontanen Hornhautinfektion kommen, vor allem dann, wenn eine Drogenabhängigkeit vorliegt. Auch können andere Gründe, die jedoch seltener sind, wie z.B. die Infektion durch Pilze und andere Infektionen, die schwieriger zu behandeln sind, vorliegen. Es kann auch zu einer Reaktivierung des Herpesvirus und der Zona kommen.
 

Beschädigung der inneren Augenteile durch AIDS

Retinopathie der Netzhaut, die in Verbindung mit AIDS steht:
Es handelt sich um kleine weisse Flecken, die auf der Netzhaut verstreut wie kleine Baumwollbällchen erscheinen. Sie zeigen jedoch keine Netzhautinfektion an. Im allgemeinen verursachen diese Flecken keine Sehprobleme. Aehnliche Flecken können bei Gefässkrankheiten (z.B. Diabetes) auftreten.
Retinitis des Zytomegalo-Virus:
Der Zytomegalo-Virus, der die Netzhaut beschädigt, kann zu einem schweren Sehverlust führen. Dieser Virus gelangt im allgemeinen durch Krankheiten wie Grippe in den Körper und kann dort schlummern. Wenn nun eine Person an AIDS erkrankt, kann der Zytomegalo-Virus in vielen Körperteilen reaktiviert werden. Bei einer Netzhautinfektion kommt es zu folgenden Symptomen: „mouches volantes", blinde Zonen im Sehfeld oder ein Sehverlust. Auch kann es zu einem Ablösen der Netzhaut kommen. Alle Personen, die solche Symptome aufweisen, sollten sich von einem Augenarzt untersuchen lassen. Bei der Behandlung werden antiviröse Mittel eingesetzt.
Toxoplasmosische Retinitis:
Bei der Toxoplasmose handelt es sich um einen Parasiten, der in den Körper gelangt, sich dort einnistet und bei den meisten Menschen schlummert, so dass er eigentlich keine Krankheiten hervorruft. (Katzenfäkalien und rohes Fleisch können die Ursache für diesen Virus sein.) Wenn nun eine Person an AIDS erkrankt, kann dieser parasitär lebendes Protozoen im Gehirn und in den Augen reaktiviert werden. Bei einer Netzhautinfektion kommt es zu „mouches volantes", und durch das Vorhandensein von Splittern, die sich im Glaskörper bewegen, zu undeutlichem Sehen. Das Auge kann sich röten und schmerzen. Der Toxoplasmose-parasitär lebendes Protozoen kann das Sehvermögen für immer beschädigen. Zur Behandlung werden Antibiotika eingesetzt. Das Augenleiden kann jedoch wiederkehren.
Virale Krankheiten:
Der Herpesvirus und die Zona können die Netzhaut infizieren. Antiviröse Mittel können zur Behandlung eingesetzt werden. Eine Fungus-Infektion (Pilzbefall) und die Syphilis können die Netzhaut ebenfalls beschädigen.

Beschädigung der Augenhöhle und des Sehnervs infolge AIDS

Augenhöhlenerkrankungen:
Die Augenhöhle (der Raum, wo das eigentliche Auge, die Muskeln und der Sehnerv eingebettet sind) kann durch den AIDS-Virus beschädigt werden. Die Augenhöhlenerkrankungen können zu einem heraustretenden Auge, zu Schwellungen an den Lidern, zu „doppeltem" und undeutlichem Sehen und zu Schmerzen führen. Bei den Ursachen, die nicht mit einer Infektion im Zusammenhang stehen, kann es sich um ein Lymphom (Krebs) handeln. Eine Entzündung des Augenhöhleninhalts (Pseudo-Tumor) kann eine Augeninfektion stimulieren. Eine Infektion durch den Aspergillus (Fungus) kann vom Sinus aus kommen.
Schäden am Sehnerv:
Ein Anschwellen des Sehnervs (papillares Oedem) kann infolge einer Gehirninfektion, einer Toxoplasmose oder eines Lymphoms auftreten. Eine Infektion des Sehnervs, die durch einen „Kryptocoque" verursacht wird, kann ein Anschwellen des Sehnervs hervorrufen, was zu einem starken Sehverlust (oft auf beiden Augen) führt. Auch kann die Syphilis eine Infektion des Sehnervs verursachen.

Es ist wichtig, Augenprobleme, die mit AIDS in Verbindung stehen, rasch zu erkennen!

Wie aufgezeigt wurde, gibt es viele Augenprobleme, die in Verbindung mit dem AIDS-Virus stehen. Glücklicherweise können fast alle diese Krankheiten behandelt werden, vor allem, wenn sie rasch erkannt und richtig angegangen werden. Wenn eine Person rote oder schmerzende Augen, „mouches volantes" oder undeutliches oder „doppeltes" Sehen aufweist, sollte sie so rasch als möglich einen Spezialisten aufsuchen. Manchmal kann ein solcher Augenzustand auf eine Infektion des Gehirns oder auf eine Infektion eines anderen Körperteils hinweisen. Eine sofortige Behandlung kommt daher dem ganzen Körper zugute.

Eine durch die Gonorrhö verursachte Augeninfektion

Bei der Gonorrhö handelt es sich um eine bakterielle Infektion, die beim Geschlechtsverkehr übertragen wird. Die Harngänge können infiziert werden; eine ernsthafte Infektion kann aber auch die Gelenke, das Herz, die Haut, die Leber, das Gehirn (Meningitis) und das Auge in Mitleidenschaft ziehen. Eine Augeninfektion aufgrund einer Gonorrhö ist im allgemeinen eine direkte Infektion, die durch Händekontakt übertragen wird. Es kommt dann schnell zu einer Infektion der Bindehaut unter den Lidern (Bindehautentzündung), die mit Eiterablagerungen verbunden ist. Die Infektion kann sich auf der Hornhaut (Geschwür auf der Hornhaut) und im Innern des Auges ausbreiten.
Bei der Behandlung werden entsprechende Antibiotika eingesetzt. Das Auswaschen des Auges und das Einträufeln von antibiotischen Tropfen kann helfen. Anhand eines Syphilis- oder Chlamydotests können die Personen, mit welchen sexuelle Kontakte eingegangen werden, auf solche Krankheiten hin getestet werden.

Augeninfektion aufgrund von Chlamydo-Bakterien

Bei der Chlamydobakterie handelt es sich um bakterienähnliche Organismen, die urinale und genitale Infektionen auslösen können. (Bei den Frauen kann es sein, dass es zu keinen Symptomerscheinungen kommt.) Wenn die Genitalien von der Infektion betroffen sind, werden in einem Fall auf 300 die Augen in Mitleidenschaft gezogen. Es kommt dann zu einer Infektion der Bindehaut („rosa Auge"), welches oft bei einem Auge anfängt. Die Symptome sind ähnlich wie bei einer viralen Infektion, d.h. Rötungen und Schleimablagerungen. Die Hornhaut kann gereizt sein, was zu einem Kratzgefühl führen kann.
Die Infektion kann ziemlich lange anhalten (mehr als zwei Wochen). Zur Behandlung werden Antibiotika oral eingenommen. Diese Antibiotika heilen gleichzeitig auch die urinalen und genitalen Infektionen. Die Dauer der Behandlung beträgt im allgemeinen drei Wochen. Es ist wichtig, dass die Sexualpartner ebenfalls behandelt wird.

Augeninfektion aufgrund von Filzläusen

Es handelt sich um eine übertragbare Geschlechtskrankheit, bei welcher sich eine Art Läuse in der Wimpern- und Schamgegend einnistet (Phthirus pubis). (Die gewöhlichen Läuse nisten sich nicht in den Wimpern ein!) Die Symptome sind: Rötung an den Liderrändern und Juckreiz. Die Filzläuse und ihre kleinen weissen Eier können anhand Vergrösserungshilfen in der Wimperngegend erkannt werden. Die Behandlung besteht darin, die Läuse zu entfernen und während 10 Tagen eine Salbe aufzutragen, die die restlichen Filzläuse vernichtet. Andere Körperteile, die mit Körperhaaren versehen sind, müssen mit speziellen Shampoos behandelt werden. Alle Wäsche und Bettanzüge etc. aller Familienmitglieder müssen gewaschen werden. Auch ist es wichtig, dass die Sexualpartner behandelt werden.

 

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