Augenkrankheit
GRUENSTAR
Beim Grünstar handelt es sich um ein häufig auftretendes Augenleiden, von welchem
ca. 2 Millionen Amerikaner betroffen sind. Es handelt sich um die zweitmeiste
Ursache für Sehverluste in Amerika. Problematisch am Grünstar ist, dass die
Symptome erst auftreten, wenn die Krankheit schon sehr fortgeschritten ist,
so dass das Sehvermögen nicht mehr wiederhergestellt werden kann.
Diese Sektion behandelt die Diagnose und die Behandlung des Grünstars bei erwachsenen
Personen..
Inhalt dieser Sektion:

Der Grünstar steht in Verbindung mit dem Anstieg des Augeninnendrucks. Der
Anstieg des Drucks führt nach und nach zum Verlust der Nervenfasern des Sehnervs
(der Nerv, der die visuellen Informationen vom Auge weg transportiert), was
immer mehr, vom peripheren Sehfeld ausgehend, zum Sehverlust führt.
Die Beziehung zwischen dem Augeninnendruck und dem Grünstarrisiko ist kompliziert:
- Der normale Augeninnendruck beträgt 10 bis 21 mmHg, mit einem Durchschnittswert
von 16 mmHg, wenn er von einem Augenarzt gemessen wird. Der Augeninnendruck
kann sich im Verlaufe des Tages ändern und ist weder vom Blutdruck, vom häufigen
Lesen, noch von Sinusproblemen oder von ermüdeten Augen abhängig.
- Manche Personen können einen hohen Augeninnendruck aufweisen (über 21 mmHg)
und nie Probleme haben, die auf einen Sehverlust hinweisen.
- Bei den meisten Menschen, die einen erhöhten Augeninnendruck aufweisen,
wird der Sehnerv angegriffen. Wenn sich der Druck dem Wert von 30 mmHg nähert,
so wird der Nerv noch rascher und in grösserem Masse beschädigt.
- Bei manchen Personen kann der Sehnerv angegriffen werden, auch wenn der
Augeninnendruck normal ist (unter 22 mmHg). Dieser Grünstar nennt man Grünstar
mit tiefem Augeninnendruck".
Wenn der Sehnerv infolge eines Grünstars beschädigt wird, entstehen vor allem
in der Peripherie des Sehfeldes blinde Zonen. Wenn der Grünstar nicht behandelt
wird, so kann es zu einem Verlust des zentralen Sehens kommen. Im allgemeinen
sind beide Augen von diesem Leiden betroffen, wobei ein Auge stärker in Mitleidenschaft
gezogen sein kann, als das andere.
Beispiele von blinden
Zonen: Um Veränderungen im Sehfeld zu erkennen, die durch den Grünstar hervorgerufen
werden.
Es gibt verschiedene Grünstararten; die zwei Hauptarten sind der Grünstar mit
offenem und der Grünstar mit geschlossenem Winkel. Der Augenwinkel ist der Ort,
wo die Iris und die Hornhaut im Innern des Auges zusammentreffen und wo die
Augenflüssigkeit (Kammerwasser) in die Blutzirkulation dräniert wird. (Das vom
Auge produzierte Kammerwasser hat zur Aufgabe, das Auge in der richtigen Form
zu halten und gewisse Strukturen des Auges zu nähren.)
- Beim Grünstar mit offenem Winkel, der häufigsten Art des
Grünstars,
kann der Augenarzt bei der Untersuchung keine Verstopfung in der Dränagezone
erkennen; der Grund für den Anstieg des Augeninnendrucks ist unbekannt. Dieser
Grünstartyp ist auch bekannt unter den Namen Grünstar mit primärem offenem
Winkel" oder chronischer Grünstar mit offenem Winkel".
- Beim Grünstar mit geschlossenem Winkel ist der Dränagewinkel verstopft
und kann daher bei einer Untersuchung vom Arzt nicht mehr gesehen werden.
Grünstar mit offenem Winkel
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Es handelt sich beim Grünstar mit offenem Winkel um den häufigsten
Grünstartyp. Nur selten kommt es zu Symptomerscheinungen: Er ist nicht schmerzhaft,
auch treten keine Druckgefühle und kein undeutliches Sehen auf. Der Augeninnendruck
steigt mittelmässig an, und der Sehnerv wird nach und nach, über Monate
oder Jahre hinweg, angegriffen.
Weniger häufig auftretende Grünstararten sind: |
- Der pigmentäre Grünstar: Bei dieser Art von Grünstar verstopfen die von
der Iris oder anderen Strukturen im Auge abgesonderten Pigmente die Dränagekanäle
des Kammerwassers. Dieses Augenleiden tritt eher bei jungen Leuten auf und
kann sich infolge einer intensiven körperlichen Anstrengung noch verschlimmern,
da sich die Pigmente so noch mehr verteilen. Diese Art von Grünstar zeigt
infolge des starken Anstiegs des Augeninnendrucks (über 40 mmHg) folgende
Symptome auf: Unbehagen im Auge, undeutliches Sehen, Lichtsäume um Lampen
herum, Kopfschmerzen.
- Der Grünstar mit tiefem Augeninnendruck (oder mit normalem Druck): Dieser
Grünstartyp kann bei älteren Personen, die über 80 Jahre alt sind, auftreten.
Es müssen verschiedene Test durchgeführt werden, um diesen Grünstar zu diagnostizieren.
Grünstar mit geschlossenem Winkel
| Der Grünstar mit geschlossenem Winkel ist weniger häufig.
Die Symptome sind jedoch eindeutig anders als beim Grünstar mit offenem
Winkel. Bei diesem Augenleiden wird die Iris nach vorne gedrückt, so dass
sie so ganz plötzlich die Dränagekanäle blockiert. Es kann dadurch zu einem
Augeninnendruck von über 60 mmHg kommen, was zu starken Kopfschmerzen, Uebelkeit
und Erbrechen, Augenrötungen, undeutliches Sehen, zu Lichtsäumen um Lampen
herum und zu einem plötzlichen Sehverlust führen kann. Treten solche Symptome
auf, so handelt es sich um einen Notfall. Das Auge muss so rasch als möglich
mit Laser behandelt werden, um das Leiden zu beheben und weiteren solchen
Vorfällen vorzubeugen. Oft wird das andere Auge gleichzeitig mit dem Laser
behandelt, um zu verhindern, dass es auch vom Grünstar befallen wird.
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Welches sind die Risikofaktoren für einen Grünstar? Wie kann
der Grünstar diagnostiziert werden?
Der Grünstar kann bei allen Menschen, also auch bei ganz gesunden Personen
und in jedem Alter auftreten. Es gibt jedoch gewisse Gruppen, die eher von diesem
Augenleiden betroffen sind:
- Personen, die älter als 60 Jahre alt sind
- Personen mit afrikanischer Abstammung
- Personen, bei denen der Grünstar in der Familie verwurzelt ist.
- Personen mit Gefässleiden (z.B. Diabetes)
- Personen mit einer starken Kurzsichtigkeit
Im allgemeinen wird empfohlen, in folgenden Fällen die Augen auf einen Grünstar
hin zu kontollieren:
- Im Alter von 35 bis 40 Jahren
- Alle 2 bis 3 Jahre nach dem 40. Lebensjahr
- Alle 1 bis 2 Jahre nach dem 60. Lebensjahr
- Alle 1 bis 2 Jahre nach dem 35. Lebensjahr, sofern Risikofaktoren bestehen.
Das Stellen einer richtigen Diagnose ist eine längere Prozedur. Das Messen
des Augeninnendrucks hilft, erhöhte Werte zu erkennen. Doch kann ein Grünstar
auch bei ganz normalem Druck vorliegen; dies hängt erstens damit zusammen,
dass der Druck während des Tages variiert, und zweitens, dass gewisse Personen
auch einen Grünstar bei absolut normalem Augeninnendruck aufweisen können.
Die Grünstarkontrolle umfasst folgende Untersuchungen:
- Eine umfassende Untersuchung schliesst das Ueberprüfen des Sehvermögens,
das Kontrollieren der Pupillenreaktion, des Augeninnendrucks (Tonometrie),
des Sehnervkopfes und der Netzhaut, aber auch die biomikroskopische Untersuchung
der Augenstruktur mit ein.
- Der Augeninnendruck kann auf verschiedene Weisen kontrolliert werden. Die
Standardmethode nennt sich Kontaktdruckmessung (Tonometrie). Bei dieser Methode
werden Anästhesietropfen in das Auge gegeben und der Druck anhand eines Instrumentes,
das das Auge berührt, gemessen. Eine andere Methode besteht darin, anhand
eines Instruments, das pulsartige Luftstösse ins Auge gibt, den Druck zu messen,
ohne dass das Auge dabei berührt wird.
- Es ist sehr wichtig, den Zustand der Iris und des Dränagewinkels des Auges
gut zu kontrollieren.
- Der Sehnerv muss untersucht werden, um den Grad des Schadens, der durch
den Grünstar eventuell verursacht wurde, zu bestimmen.
Wenn der Verdacht auf einen Grünstar besteht, so kann das Sehfeld anhand eines
Tests, der separat zu den zusätzlichen Untersuchungen durchgeführt wird, untersucht
werden. Dieser Test dauert ca. 20 Minuten. Man testet so das periphere Sehen
auf jedem Auge, um Verlustzonen im Sehfeld ausfindig zu machen.
Verdacht auf Grünstar
Verdacht auf Grünstar liegt vor, wenn Risikofaktoren und erste Anzeichen, die
auf einen Grünstar hinweisen, vorliegen. Die Anzeichen müssen sich jedoch nicht
im Sehfeld direkt bemerkbar machen.
Verdacht auf Grünstar liegt in folgenden Fällen vor:
- Eine Person mit einem erhöhten Augeninnendruck, bei der der Sehnerv jedoch
noch nicht angegriffen ist, und kein Sehverlust im Sehfeld vorliegt (auch
okularer Bluthochdruck genannt).
- Eine Person mit einer in der Familie verwurzelten Tendenz zur
Grünstarerkrankung.
Der Sehnerv erscheint eher verdächtig", das Sehfeld ist aber noch normal.
- Eine von Afrika abstammende Person, deren Augeninnendruck einen Grenzwert
aufweist und in deren Familie eine Tendenz zum Grünstar vorliegt.
Im allgemeinen sollten die Augen jener Personen, bei denen ein Verdacht auf
Grünstar vorliegt, öfters, d.h. alle 6 bis 12 Monate, untersucht werden.
Die Diagnose des Grünstars
Die Diagnose des Grünstars kann vom Augenarzt anhand einer Generaluntersuchung
gestellt werden. Im allgemeinen spricht man von einem Grünstar, wenn Sehzonen
verlorengehen. Aber auch in anderen Fällen kann ein Grünstar vorliegen:
- Bei erhöhtem Augeninnendruck (über 30 mmHg) oder bei der Schliessung des
Winkels der Iridohornhaut.
- Wenn der Augeninnendruck immer wieder gegen den Wert von 30 mmHg hin ansteigt,
auch wenn das Sehfeld dabei normal bleibt. In diesem Fall können ernsthafte
Augenschäden entstehen.
- Wenn sich die Anzeichen, die auf einen beschädigten Sehnerv hinweisen,
verschlimmern, und das Sehvermögen immer mehr abnimmt.
- Sobald die Diagnose gestellt ist, kann mit der Behandlung begonnen werden.
Regelmässige Kontrollen, d.h. ca. alle 3 Monate, sind notwendig.
Wie kontrolliert man den Grünstar?
- Der Grünstar mit engem Winkel kann nicht geheilt, sondern nur unter Kontrolle
gehalten werden
- Die Schäden am Sehnerv können nicht behoben, und der Sehverlust nicht rückgängig
gemacht werden. Es kann also nur vorgebeugt werden.
- Das regelmässige Anwenden von gezielt eingesetzten Medikamenten sowie regelmässige
Kontrollen können den Grünstar unter Kontrolle halten.
Sobald die Diagnose des Grünstars gestellt ist, werden Medikamente, im allgemeinen
Augentropfen, eingesetzt, die den Augeninnendruck unter Kontrolle halten. Diese
Tropfen werden angewendet, bis die Schäden, die der zu hohe Augeninnendruck
verursacht, gestoppt werden können. Einige wichtige Punkte in bezug auf die
einzusetzenden Medikamente sind:
- Augentropfen zur Behandlung des Grünstars werden je nach Tropfensorte verschieden
angewendet. Manche Augentropfen müssen einmal pro Tag, andere aber viermal
pro Tag in die Augen eingeträufelt werden. Es ist daher wichtig, die Anleitung
genau zu befolgen.
- Wenn die Tropfen mehrmals täglich eingeträufelt werden müssen, so ist es
wichtig, regelmässige Pausen zwischen den Anwendungen einzuschalten. (Wenn
die Tropfen zweimal täglich angewendet werden müssen, und wenn die erste Dosis
um 7.00 Uhr eingegegeben wurde, so muss die zweite Dosis um 19.00, und nicht
erst um Mitternacht in das Auge gegeben werden.)
- Sobald sich die Tropfen im Auge befinden, schliessen Sie die Augen während
einiger Minuten und verüben Sie einen leichten Druck auf die Augenwinkel,
die zur Nase hin zeigen. Dies verhindert, dass die Augentropfen vom Auge weg,
in das Tränensystem dräniert werden.
- Da die Augentropfen so oder so ins Tränensystem gelangen, wird ein Teil
des Medikamentes von der Blutzirkulation absorbiert. Die Tropfen für den Grünstar
können so bei einigen Personen körperliche Symptome hervorrufen. Ist dies
der Fall, sollte der Arzt aufgesucht werden.
Sobald der Augeninnendruck anhand von Tropfen reguliert wird, muss der Grünstar
alle 3 Monate kontrolliert werden. Einmal pro Jahr muss der Sehnerv und das
Sehfeld überprüft werden. Wenn das Auge weiterhin beschädigt wird, so muss der
Augeninnendruck noch weiter hinuntergesetzt werden. (Jedes Auge hat seinen optimalen
Druck.)
Chirurgische Behandlungen des Grünstars
In den Fällen, wo Augentropfen nicht ausreichen, können zur Regulierung des
Augeninnendrucks chirurgische Eingriffe unternommen werden. Diese Eingriffe
sind sehr hilfreich, sie hegen aber auch gewisse Risiken.
- Laserchirurgie: Der Grünstar mit geschlossenem Winkel kann anhand
eines Vorgehens, der peripheren Iridektomie, behandelt werden. Bei dieser
Behandlung wird ein kleines Loch in die Iris gemacht, um dem Kammerwasser
einen Weg in das Auge zu schaffen. Beim Grünstar mit offenem Winkel kann eine
Trabekuloplastik mit einem Argonlaser durchgeführt werden. Bei diesem Verfahren
wird der Dränagewinkel mit Laser behandelt, um die Dränagekanäle zu öffnen.
Nach Anwendung beider Vorgehen sind sofortige Wirkungen zu konstatieren.
- Chirurgie zum Ablassen des Kammerwassers: Es handelt sich um eine
Mikrochirurgie, die im Operationssaal unter lokaler Anästhesie durchgeführt
wird. Ein neuer Dränagekanal wird angefertigt, damit das Kammerwasser unter
der Bindehaut ablaufen und unter dem oberen Lid eine Blase formen kann. Im
allgemeinen beträgt die Heilungszeit nach der Operation ca. 2 bis 4 Wochen.

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