Perret Augenoptiker
 
Wir sind eine Optiker-Familie, seit drei Generationen, wir führen Brillen, Kontaktlinsen und optische Instrumente

 Französisch

Englisch   

H

 

 

 


 

 



Augenkrankheit  

MEDIKAMENTE UND DIE AUGEN

 

Auf dieser Seite werden die Auswirkungen der Medikamente auf die Augen und das Sehvermögen behandelt. Es handelt sich nicht um einen vollständigen Katalog, der alle möglichen Auswirkungen der verschiedenen Medikamente aufzeigt. Es wird hier lediglich eine Liste von den bekanntesten Medikamenten, die sich auf das Sehen auswirken können, angeboten. Es will also nicht heissen, dass ein Medikament, das auf der Liste nicht eingetragen ist, keine Wirkungen auf das Sehen und die Augen haben kann. In der Liste sind Medikamente mit und ohne ärztliche Verschreibung, und legale und illegale Drogen verzeichnet. Medikamente, die spezifisch auf die Augen angewendet werden, sind in der Liste nicht aufgeführt.

 

Medikamente ohne ärztliche Verschreibung

Antihistamine

Bei den Antihistaminen handelt es sich um Medikamente, die mit oder ohne ärztliche Verschreibung erhältlich sind. Sie sind in flüssiger Form, in Kapseln oder Tabletten (wie Alkaseltzer) erhältlich und können z.B. gegen Schmerzen eingenommen werden. Auf der Packung der Antihistamine wird oft vermerkt, dass sie im Falle eines Grünstars nicht eingenommen werden dürfen. In der Regel können jedoch die meisten Personen, die einen Grünstar haben, diese Medikamente ohne Probleme einnehmen. Vor allem bei einem Grünstar mit offenem Winkel sollten sie keine Nebenwirkungen verursachen. Bei der selteneren Grünstarform, dem Grünstar mit engem oder geschlossenem Winkel, kann die Einnahme von Antihistaminen einen „Grünstaranfall" auslösen.
Das Medikament macht nämlich, dass sich das Dränagesystem voll und ganz blockiert, so dass der Augeninnendruck sehr rasch ansteigt. Es kommt dadurch zu Schmerzen, zu undeutlichem Sehen, zu roten Augen, zu farbigen Lichtsäumen um Lampen herum, zu Uebelkeit und Erbrechen. Sollten Antihistamine infolge eines Grünstars solche Symptome auslösen, so handelt es sich um einen Notfall, da die Sehkraft für immer verlorengehen kann. Viele Personen weisen ein Grünstarrisiko auf, ohne es zu wissen. Eine kürzliche Studie hat z.B. gezeigt, dass Personen mit vietnamesischer Abstammung ein erhöhtes Risiko für diesen Grünstartyp aufweisen. Im Zweifelsfall sollte daher der Augenarzt aufgesucht werden, der abschätzen kann, ob Antihistamine eingenommen werden können. Für weitere Informationen siehe unter Grünstar.


Aspririn

Das Aspirin weist viele positive Nebenwirkungen auf, wie z.B. die Wirkung auf das kardial-vaskulare System. (Es wirkt wie ein Antikoagulans.) Neben der vorteilhaften Wirkung auf Gefässe kann das Aspirin jedoch Blutungen im Auge (wie bei den Blutungen unter der Bindehaut) und blaue Flecken nach einem Trauma verstärken. Die meisten Augenchirurgen raten deshalb, eine Woche vor einer Operation keine Aspirine mehr einzunehmen.
 

Vitamin A

Das Vitamin A ist bekannt für seine positive Wirkung auf die Augen. Die Netzhaut braucht eine gewisse Menge an Vitamin A, um funktionsfähig zu sein. Diese Menge kann anhand einer ausgewogenen Ernährung, ohne zusätzliche Nahrungspräparate, zu sich genommen werden. Eine erhöhte Dosis an Vitamin A konnte bisher keine günstige Wirkung auf die Erhaltung des Sehvermögens bei einer Degeneration (wie bei der pigmentären Retinitis) vorweisen. Die Einnahme von einer zu hohen Dosis an Vitamin A kann sogar gefährlich sein, da sich dieses Vitamin im Körper anlagert. Das zuviel eingenommene Vitamin A kann einen zerebralen Pseudotumor hervorrufen oder den zerebro-spinalen Druck erhöhen, was zu einem Oedem auf dem Sehnerv, zu Kopfschmerzen und Sehstörungen führen kann.

Auf Rezept erhältliche Medikamente

Accutane

Accutane werden bei der Aknebehandlung eingesetzt. Dieses Mittel ist bekannt dafür, dass es Schleim austrocknet, wovon aber auch das Auge betroffen ist. Die Symptome sind: Austrocknen der Augen, Gefühl eines Fremdkörpers im Auge, Rötungen, Brennen und eventuell undeutliches Sehen. Künstliche Tränenflüssigkeiten und Salben können lindern. Accutane kann auch zu Sehstörungen und zu Nachtblindheit führen.
 
 

Amitriptyline (Dreizyklische Antidepressiva)

Die Medikamentenklasse, zu welcher Amitriptyline gehört, kann mehrere Nebenwirkungen auf das Auge haben. Es kann zu einer Tränenverminderung kommen, was zu trockenen Augen und zu den dazugehörigen Komplikationen führt. Auch kann es dazu kommen, dass man Bilder nicht mehr richtig erfassen kann. (Verminderung der Akkomodationsfähigkeit.) Dies führt zu Schwierigkeiten bei der Nah- und Fernsicht. Auch können diese Medikamente einen akuten Grünstar im Irido-Hornhaut-Winkel hervorrufen. Menschen, die an einem Grünstar mit offenem Winkel leiden, haben keine Probleme mit diesen Medikamenten. Konsultieren Sie Ihren Augenarzt, um sicher zu gehen, dass bei der Einnahme dieses Medikamentes kein Risiko eingegangen wird. Für weitere Informationen siehe  Anti-Histamine.


Psychotrope Medikamente

Viele Medikamente dieser Kategorie können bei Personen, bei denen Verdacht auf einen möglichen Grünstar vorliegt, eine Schliessung des Irido-Hornhaut-Winkels verursachen. Die meisten Personen, die an einem Grünstar leiden, weisen aber den Grünstar mit offenem Winkel auf und haben so keine Probleme mit diesen Medikamenten. Konsultieren Sie Ihren Augenarzt, um sicher zu sein, dass Sie bei der Einnahme solcher Medikamente kein Risiko eingehen. Für weitere Informatione siehe  Anti-Histamine.
 

Amiodarone (Cordarone)

Beim Amiodarone handelt es sich um ein Medikament für das Herz, das sich aber auch auf das Auge auswirken kann. Die Nebenwirkungen zeigen jedoch nur selten Symptome auf. Eine Person, die dieses Medikament einnimmt, kann nach einer bestimmten Zeit Hornhautprobleme aufweisen. Nur selten kommt es dadurch zu einer Sehverminderung, doch können Blendungen auftreten. Diese Sehstörungen können jedoch rückgängig gemacht werden.
Kürzlich hat man herausgefunden, dass zwischen dem Amiodarone und der optischen Neuritis oder der optischen Neuropathie eine Verbindung besteht. Dies hat dazu geführt, dass der Fabrikant des Cordarone (Amiodarone) die Wirkung dieses Medikaments überprüfen und die Angaben darüber vervollständigen musste. Es ist heute belegt, dass Personen, die diese Medikamente einnehmen, eine optische Neuritis oder Neuropathie entwickeln können. Dieses Leiden kann jederzeit während der Einnahme dieses Medikamentes auftauchen. Alle Personen, die Amiodarone einnehmen, sollten sich daher regelmässig vom Augenarzt untersuchen lassen, vor allem dann, wenn allgemeine Sehveränderungen, wie z.B. Veränderungen beim peripheren Sehen, vorliegen.


Chloroquine

Chloroquine sind Medikamente, die gegen die Malaria eingesetzt werden. In seltenen Fällen werden sie auch bei Arthritis eingenommen. (Bei Arthritis wird jedoch öfters Plaquenil (Hydroxychloroquine) eingesetzt, da es weniger Nebenwirkungen aufweist.) Die Einnahme dieses Medikamentes kann zu einer Beschädigung am Sehnerv und zu verschiedenen Netzhautproblemen führen. Es kann z.B. einer Degeneration der Netzhaut hervorrufen, was zu einem Verlust von Sehzonen im Sehfeld und zu einem undeutlichen zentralen Sehen führen kann. Siehe Sektion  Plaquenil.
 

Cimetidine

Dieses Medikament gegen Geschwüre führt in seltenen Fällen bei Personen, die dazu veranlagt sind, zu einem Grünstar mit engem Winkel. Die meisten Personen weisen aber einen Grünstar mit offenem Winkel auf, und haben mit diesen Medikamenten somit keine Probleme. In Zweifelsfällen konsultieren Sie einen Augenarzt. Für weitere Informationen siehe  Anti-Histamine.
 

Chlorpromazine (Thorazine)

Beim Thorazine handelt es sich um ein Medikament, das bei psychischen Leiden eingesetzt wird. Wird das Thorazine in hoher Dosis eingenommen, so kann es zu einer Pigmentierung der Bindehaut, der Hornhaut und der Lider kommen. Auch kann sich die pigmentäre Veränderung an der Netzhaut zeigen. Es ist auch nicht ausgeschlossen, dass sich ein Graustar entwickeln kann. Dieses Medikament gehört der Klasse der „Phenothiazine"an. Das Mellaril (Thioridazine) kann ähnliche Nebenwirkungen aufzeigen.
 

Chlorpropamide

Dieses Medikament wird bei Diabetes eingesetzt und kann in seltenen Fällen den Sehnerv beschädigen.
 

Digitaline

Dieses Medikament wird bei Herzbeschwerden eingesetzt. Es kann sich auf die Augen auswirken und so z.B. Flimmern vor den Augen und Lichtsäume um Lampen herum verursachen. Bei einer Ueberdosis an Digitaline kann sich die Sicht gelblich färben. Es ist wichtig, die Konzentration dieses Medikamentes im Blut unter Kontrolle zu halten, da diese aus verschiedenen Gründen schwanken kann.
 

Ephedrine

Dieses Stimulierungsmittel kann zu einer Erweiterung der Pupille führen. Bei Personen, die darauf anfällig sind, kann es aber auch einen Grünstar mit engem Winkel hervorrufen.
 

Oestrogene

Oestrogene werden nach der Menopause eingesetzt, um den Hormonmangel auszugleichen. Eine kürzliche Studie hat gezeigt, dass die Oestrogene, die nach der Menopause eingenommen werden, einen Schutz gegen die Entwicklung eines Graustars (Kerngraustar) bieten kann.
 

5 - Fluoro-Uracil (5-FU)

Dieses Mittel wird während einer Chemotherapie bei Krebs eingesetzt. Es kann eine Vernarbung des Dränagesystems der Tränen (naso-lacrimale Verstopfung) hervorrufen, was zum Ueberlaufen der Augen führt.
 

Ethambutal

Dieses Medikament wird bei Tuberkulose eingesetzt und kann in seltenen Fällen den Sehnerv beschädigen.
 

Haldol

Dieses Beruhigungsmittel, das bei psychischen Beschwerden eingesetzt wird, kann die Tränenproduktion und die Fähigkeit, ein Bild richtig zu erfassen, vermindern. Es kann auch die Pupille erweitern und bei Personen, die anfällig sind, einen Grünstar mit engem Winkel hervorrufen. Für weitere Informationen siehe unter Sektion  Dreizyklische Antidepressiva.
 

Indomethacin

Dieses entzündungshemmende Mittel führt in seltenen Fällen zu Ablagerungen an der Oberfläche der Hornhaut. Es kann so zu visuellen Veränderungen kommen.
 

Isoniazide

Dieses Medikament wird bei Tuberkulose eingesetzt und kann in seltenen Fällen den Sehnerv beschädigen.
 

Minocycline

Dieses Medikament, das ähnlich wirkt wie das Tetracycline, wird zur Behandlung von Akne und Akne Rosacea oral eingenommen. Es hat sich gezeigt, dass dieses Medikament eine Pigmentierung am weissen Teil des Auges (Sklera) hervorrufen kann. Es handelt sich entweder um eine blaugraue, oder aber um eine bräunlich bis schwarze Einfärbung. Auch kommt es bei den der Sonne ausgesetzten Körperzonen zu solchen Verfärbungen. So kann es zu einer Pigmentierung der Haut, der Zähne und der Nägel kommen. Wenn diese Verfärbung frühzeitig entdeckt wird, so kann eine Absetzung des Medikamentes diese Veränderungen beheben.
 

Nalidixic Acid

Bei diesem Medikament handelt es sich um ein Mittel, das die Gehirnflüssigkeit und den Druck um das Gehirn herum erhöht, und somit einen „Pseudo-Tumor des Gehirns" verursachen kann. Dies führt zu Kopfschmerzen, zu Sehveränderungen und zu einem angeschwollenen Sehnerv.

Nasal Steroids (spray)

Das Inhalieren von Steroiden gegen Asthma kann bei Personen, die dieses Mittel regelmässig anwenden, zu einem Grünstar mit offenem Winkel führen.
 

Niacin, Niacinamide

Dieses Medikament kann ein Oedem auf der Netzhaut, genannt das „zystenartige Oedem auf der Makula", hervorrufen. Häufig kommt es dadurch zu undeutlichem Sehen.
 

Oral eingenommene Verhütungsmittel

Die oral eingenommenen Verhütungsmittel können viele Augenprobleme hervorrufen. Sie können der Grund für Migräne sein. Auch können sie den Druck der Flüssigkeit um das Gehirn herum (Pseudotumor des Gehirns) erhöhen und so zu Kopfschmerzen, zu Sehveränderungen und zum Anschwellen des Sehnervs führen. Auch gewisse Probleme mit den Netzhautgefässen können entstehen, oder aber sich verschlimmern.
 

Plaquenil

Beim Plaquenil handelt es sich um ein entzündungshemmendes Medikament, das auch bei Rheuma, wie z.B. bei der rheumatischen Arthritis, oder bei der Lupuserkrankung eingesetzt wird. Das Plaquenil wird, ähnlich wie das Chloroquine (das Chloroquine enthält aber mehr Giftstoffe), gegen Malaria eingesetzt. Das Plaquenil verursacht in seltenen Fällen Netzhautprobleme, die das zentrale Sehen beeinträchtigen (Makula). Zudem können auch folgende Probleme auftreten: Undeutliches und deformiertes Sehen, Verlust des Farbensehens, blinde Zone im Sehfeld und Lichtsäume um Lampen herum. Wird das Medikament jedoch in den vorgeschriebenen Mengen eingenommen, kommt es nur selten zu solchen Problemen. Es wird aber trotzdem empfohlen, einmal pro Jahr eine Kontrolle durchzuführen, um erste Vergiftungsanzeichen sofort zu erkennen. Ein Test anhand des Gitters von Amsler kann zudem helfen, visuelle Veränderungen so früh als möglich zu erkennen. Wenn das Medikament bei den ersten Vergiftungsanzeichen abgesetzt wird, kann ein Sehverlust umgangen werden.
 

Quinine

Das Quinine verursacht in seltenen Fällen Schwierigkeiten beim Sehen in der Nacht. Wenn schwangere Frauen Quinine einnehmen, so kann dies beim Fœtus zu einer „Hypoplasie des Sehnervs" führen, was sich dann bei der Geburt anhand eines unterentwickelten Sehnervs manifestiert.
 

Rifabutin

Dieses Medikament wird zur Vorbeugung des „Mycobacterium avium", eine Infektion, die bei HIV positiven Personen auftreten kann, eingesetzt. Dieses Medikament kann bei gewissen Personen zu einer Entzündung im Innern des Auges (Iritis oder Uveitis) führen.
 

TTF-Pflaster (Scopolamine)

Dieses Pflaster, das gegen Seekrankheit hilft, wird meistens hinter dem Ohr angebracht. Das Scopolamine kann bewirken, dass sich die Pupille während 3 bis 5 Tagen erweitert. Auch kann es bei der Nahsicht zu einer Verminderung der Fähigkeit, ein Bild richtig zu erfassen (Akkomodation), kommen. Wird das Medikament jedoch normal, also wie vorgeschrieben eingenommen, so kommt es im allgemeinen zu keinen solchen Nebenerscheinungen.
 

Steroide (Prednisone)

Die oral eingenommenen oder intravenös eingeführten Steroide werden bei Asthma- oder Emphysemanfällen, oder aber als Entzündungshemmer bei Arthritis eingesetzt. Auch werden sie bei Organtransplantationen angewendet. Wird das Medikament nur über eine kurze Zeit eingenommen, kommt es zu keinen Symptomen, die in Verbindung mit den Augen stehen. Wird das Medikament jedoch über eine längere Zeit eingesetzt, kann es zu zwei Sorten von Komplikationen kommen:

· Es kann sich ein Grünstar entwickeln, da sich bei Personen, die anfällig sind, der Augeninnendruck durch das Medikament nach drei oder vier Wochen erhöht. Der Grünstar kann dann mit Medikamenten behandelt werden, und der Druck normalisiert sich, sobald die Steroide abgesetzt werden, von selber wieder.

· Es kann zu einem Graustar kommen, der sich durch die Einnahme von Steroiden auf der Hinterseite der Augenlinse entwickelt. Dieser Graustar wird „Graustar mit hinterer Schalentrübung" genannt. Er entwickelt sich sehr rasch und verursacht ein undeutliches Sehen, das mit starkem Flimmern vor den Augen verbunden ist. Dieser Graustar kann nur anhand einer Operation behandelt werden.

 

Tamoxifen

Dieses Medikament wird oft bei Brustkrebs eingesetzt. Manchmal kann es kristalline Ablagerungen auf der Netzhaut und auf der Hornhaut hervorrufen.
 

Tetracycline

Beim Tetracycline handelt es sich um ein Antibiotika, das vermag, eine ölige Sekretion flüssiger zu machen. So wird es bei einer Aknebehandlung eingesetzt. Es verflüssigt auch die ölige Sekretion der „Mebomiusdrüsen", die sich in den Lidern befinden.
Dies kann einem Chalazion vorbeugen und kann Entzündungen an den Liderrändern lindern (Blepharitis


Thioridazine (Mellaril)

Dieses Medikament gehört zu derselben Medikamentenklasse wie das Chloropromazine (Thorazine). Wird das Medikament chronisch eingesetzt, kann es das Sehvermögen in der Nacht vermindern und zu blinden Zonen im Sehfeld führen. Pigmentveränderungen auf der Netzhaut können eine bräunliche Sicht verursachen.

Legale und nicht pharmazeutische Drogen

Alkohol (Ethanol)

Beim chronischen Alkoholkonsum werden die Augen nur selten von Komplikationen verschont. Eine akute Alkoholvergiftung führt zu undeutlichem Sehen, zu einer Erweiterung der Pupillen, zu roten Augen, zu „doppeltem" Sehen und zu Schwierigkeiten, Bilder richtig zu erfassen (Akkomodation). Der chronische Alkoholkonsum kann den Sehnerv beschädigen, was zu einem bleibenden Sehverlust, zu blinden Zonen im Sehfeld und zu einer Verminderung bei der Farbwahrnehmung führt. Ein unkontrollierter Alkoholkonsum kann eine Migräne mit einer visuellen Aura (Lichtblitze in Zickzack-Form), ohne begleitende Kopfschmerzen auslösen. (Auch einige sich im Wein befindenen chemischen Substanzen können eine Migräne auslösen.)
 

Tabak

Der Tabak an und für sich stellt keine Droge dar. Das Nikotin jedoch, das sich im Tabak befindet, ist eine Droge, die zur Abhängigkeit führen kann. Das Nikotin allein verursacht wahrscheinlich keine Augenprobleme. Andere Komponenten im Tabakrauch können sich aber sehrwohl auf die Augen auswirken:
  1. Der Graustar. Studien haben gezeigt, dass das Tabakrauchen bei den Männern das Risiko eines Graustars und bei den Frauen das Risiko, dass ein Graustar chirurgisch behandelt werden muss, erhöht.
  2. Eine Makula-Degeneration. Studien zeigen, dass das Tabakrauchen sowohl bei den Männern als auch bei den Frauen das Risiko einer Makula-Degeneration erhöht, was zu einem raschen und nicht rückgängig zu machenden Sehverlust führt.
  3. Gefässerkrankungen. Das Tabakrauchen ist bekannt dafür, dass es zur Arteriosklerose, zu einer Verhärtung der Arterien, führt, die auch im Zusammenhang mit Cholesterinproblemen und mit zu hohem Blutdruck (mit anderen Faktoren verbunden) steht. Die Arteriosklerose kann Gefässprobleme betreffend der Augen, wie z.B. dem Verschluss der Netzhautvene und der Netzhautarterie, und Schäden am Sehnerv begünstigen. Es handelt sich um ernsthafte Probleme, die zu einem wesentlichen Sehverlust führen können.
  4. Ein beschädigter Sehnerv. Wird der Tabak zusammen mit Alkohol konsumiert, kann dies den Sehnerv beschädigen.

Illegale, nicht pharmazeutische Drogen

Amphetamine

Amphetamine reduzieren die Fähigkeit der Augen, Bilder richtig zu erfassen (Akkomodation) und erweitern die Pupillen. Aufgrund der Pupillenerweiterung besteht das Risiko eines Grünstars mit engem Winkel. Bei diesem Grünstar erhöht sich der Augeninnendruck sehr stark, was zu Schmerzen, zu Rötungen, zu undeutlichem Sehen, zu einem Sehverlust, zu Lichtsäumen um Lampen herum, zu Uebelkeit und zu Erbrechen führen kann. Beim Grünstar mit engem Winkel handelt es sich um einen ophtalmologischen Notfall. Amphetamine können auch Halluzinationen auslösen.
 

Kokain

Das Kokain kann zu Geschwüren auf der Hornhaut führen. Manchmal sind diese Geschwüre steril, sie können aber auch mit einer Bakterie infiziert sein. Der Konsum von Kokain führt zu einer gewissen Anästhesie des Auges. Mögliche Verletzungen am Auge werden dann nicht wirklich wahrgenommen und es kann sein, dass eine Schramme auf der Hornhaut so zu einem Geschwür führen kann. Sobald die Anästhesiewirkung jedoch nachlässt, schmerzt das Auge sehr, und es kommt zu undeutlichem Sehen. Es kann zu einer bleibenden Narbe und so zu einem permanenten Sehverlust kommen. Es hat sich zudem gezeigt, dass das Kokain zu einem Verschluss der Netzhautarterie führen kann, was zu einem raschen und nicht rückgängig zu machenden Verlust der Sehkraft führt.

Intravenös eingeführte Drogen

Die Drogen, die in die Venen eingespritzt werden, können zu einer Talkablagerung oder zur Ablagerung von anderen Substanzen auf der Netzhaut führen, was einen Sehverlust mit sich zieht. Grössere Ablagerungsteilchen können die Blutzirkulation auf der Netzhaut blockieren, was zu raschen Schäden und zu einem ernsthaften Sehverlust führen kann.
 

Marijuana

Das Rauchen von Marijuana kann neben Halluzinationen auch roten Augen und erweiterte Pupillen hervorrufen. Es hat sich gezeigt, dass Marijuana helfen kann, den Augeninnendruck zu vermindern. Es muss jedoch erwähnt werden, dass es sicher bessere Mittel gibt, um den Augeninnendruck zu senken, und dies wohl aus mehreren Gründen: Marijuana besitzt nur eine kurze Wirkungsdauer: alle 2 bis 4 Stunden müsste dieser Stoff geraucht werden, um die Wirkung auf den Augeninnendruck beizubehalten. Es gibt viele andere Medikamente, die den Druck viel effizienter unter Kontrolle zu halten vermögen; Medikamente z.B., die nur einmal pro Tag eingenommen werden müssen, um dieselbe Wirkung zu erlangen. Die Dosis des Marijuana hängt von der Art und Weise ab, wie der Rauch inhaliert wird. Die Menge, die also geraucht werden muss, um den Augeninnendruck zu vermindern, ist von Person zu Person verschieden. Wird Marijuana in grossen Mengen konsumiert, so kommt es zu vielen Nebenwirkungen, wie z.B. zu einer Einschränkung des Denkprozesses und zu Lungenerkrankungen.

 

 

 

Copyright © [2008 [Informoptic CH-1272 Genolier/VD Switzerland ]. All rights reserved