Augenkrankheit
MAKULA-DEGENERATION
Die Makula-Degeneration ist der Hauptgrund für den nicht rückgängig zu machenden
Sehverlust bei Personen, die über 50 Jahre alt sind. Es hat sich gezeigt, dass
2,2 % der Personen, die älter als 65 Jahre alt sind, infolge dieses Augenleidens
eine Sehschärfe von 20/200 oder 0.1 aufweisen. Diese Seite behandelt die altersbedingte
Erkrankung der Makula (AMD):
Beachte: Auch andere Erkrankungen, wie z.B. die Histoplasmose, eine Kurzsichtigkeit,
ein Trauma oder eine Gefässgeschwulst können zu einer Makula-Degeneration
führen. Diese Fälle werden nicht im einzelnen behandelt.
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Die Netzhaut ist eine feine Schicht von Nervenzellen, die das Innere des
Auges bedeckt. Sie erhält Informationen, die sie transformiert und dem
Gehirn via Sehnerv weitergibt. Die Makula ist zwar klein, es handelt
sich aber um einen sehr wichtigen Teil auf der Netzhaut, der fähig ist,
das Bild am schärfsten zu erfassen. Auf der Makula wird das zentrale
Sehen (der Ort, wohin man den Blick wendet), das Sehen bei der Lektüre
und das Farbensehen eingestellt. Ohne Makula wären wird sozusagen blind,
denn wir hätten nur noch das periphere Sehen, auf das wir uns basieren
könnten. |
| Hier wird die Makula vergrössert dargestellt. Aus dem Zentrum der Makula
tritt der Sehnerv, der sich im gelben Teil befindet, und von dessen
Zentrum aus Blutgefässe auslaufen. Der Kopf des Sehnervs beträgt ca.
1,5 mm Durchmesser. Bei den Gefässen handelt es sich um Venen und Arterien,
die die Netzhaut durchbluten. Das Zentrum der Makula bildet ein kleiner
rotgelber Punkt, der Fovea genannt wird. Diese Stelle fixiert den Punkt,
auf welchen wir den Blick richten. |
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Bei der altersbedingten Makula-Degeneration handelt es sich um eine Beschädigung
der Makula, die zu einem Sehverlust führen kann. Die Risikofaktoren sind:
- Das Risiko nimmt mit zunehmendem Alter zu (Ab dem 50. Lebensjahr, insbesondere
aber ab dem 65. Lebensjahr).
- Kaukasische Abstammung
- Ein Sehverlust, der bereits von einer Makula-Degeneration auf dem anderen
Auge herrührt.
- Gewisse Ablagerungen, die Drusen genannt werden, und die sich auf der Netzhaut
ansammeln.
- Eine in der Familie verwurzelte Makula-Degeneration
- Das Tabakrauchen führt zu einer der schlimmsten Makula-Degeneration.
- Die Arteriosklerose und ein zu hoher Cholesterinspiegel sowie Bluthochdruck
- Eine schlechte Ernährung und ein Mangel an anti-oxydativen Vitaminen und
Mineralien
Eine Studie hat gezeigt, dass eine Ueberempfindlichkeit auf Blenden und eine
schwache Pigmentierung Risikofaktoren für eine Makula-Degeneration sein können.
Die Studie konnte aber nicht belegen, dass das Sich-der-Sonne-direkte-Aussetzen
des Auges ein Risikofaktor sei
Die altersbedingte Makula-Degeneration kann in zwei Kategorien eingeteilt
werden:
die trockene" und die feuchte" Form. In der folgenden Sektion werden die Unterschiede
dieser beiden Degenerationsarten dargestellt.
Macular Degeneration Description
Diese Form der Makula-Degeneration bringt eine langsame Verschlechterung der
Netzhaut mit sich. Ablagerungen, die Drusen genannt werden, entstehen unter
der Netzhaut und blockieren dort die Durchblutung von der Gefässschicht des
Auges, der Chorioidea, aus, die unter der Netzhaut liegt. (Die Chorioidea nährt
die äussere Oberfläche der Netzhaut, und die Gefässe der Netzhaut durchbluten
die innere Schicht der Netzhaut.) Nach einer gewissen Zeit verkümmert dann die
Netzhaut und entartet dort, wo sich die Drusen befinden, was zu einem Sehverlust
an dieser Stelle führt. Wenn immer mehr Drusen entstehen, nimmt die Makula die
Form eines Klumpens an, und das Sehvermögen vermindert sich dann progressiv
über eine Zeitspanne von vielen Jahren.
Es gibt noch keine Behandlung für diesen Degenerationstyp. Theoretisch sollte
eigentlich die Herabsetzung der Risikofaktoren helfen. In der Praxis wurde jedoch
noch nicht bewiesen, dass so der Sehverlust vermindert werden kann. Sicher ist
jedoch, dass eine ausgewogene Ernährung zum Vorbeugen vorteilhaft ist. Sollte
die Ernährung nicht ausgewogen sein, so kann die Einnahme von zusätzlichen Vitaminpräparaten
hilfreich sein (siehe Sektion Ernährung weiter unten).
Es handelt sich um die schlimmere Degenerationsart, die schneller
fortschreitet.
Manchmal verwandelt sich die trockene Degenerationsform in eine feuchte. Oft
erscheint die feuchte Form jedoch auch ohne Voranzeichen. Zwischen der Gefässschicht
des Auges und der Netzhaut liegt eine Membran, genannt pigmentäres Ephitelium
der Netzhaut". Wenn diese Membran einen Riss aufweist, ist es möglich, dass
anormale Gefässe von der Chorioidea aus genau unter die Makula vorstossen. Ein
solcher Riss kann in einer Zone, wo sich Drusen befinden, auftreten, vor allem
dann, wenn es sich um pigmentierte Drusen handelt, die ganz diffus und undeutlich
erscheinen. Wenn neue Gefässe unter die Netzhaut vorstossen, handelt es sich
um eine Neovaskularisation unter der Netzhaut", was ein chirurgischer Notfall
darstellt. Sofern die Gefässe behandelt werden können, so muss dies geschehen,
sobald die Diagnose gestellt ist. Die Symptome dieser feuchten" Makula-Degeneration
sind:
- Eine plötzliche Sehveränderung mit plötzlich undeutlichem Sehen auf einem
Auge.
- Verzerrte Sicht; die geraden Linien erscheinen auf dem befallenen Auge
krumm.
- Ein blinder Punkt erscheint im Sehfeld des befallenen Auges, so dass Gegenstände
verschwinden, wenn sich der Blick auf sie richtet. Manchmal befindet sich
der blinde Punkt direkt neben der fixierten Stelle.
- Eine Veränderung bei der Grössenwahrnehmung; So können Gegenstände auf
dem befallenen Auge grösser oder kleiner erscheinen als auf dem anderen Auge.
Beachte: Auch andere Erkrankungen, wie z.B. die okulare Histoplasmose, die
Makula-Degeneration bei Kurzsichtigkeit oder die Makula-Degeneration, die in
Verbindung mit einem Trauma oder mit einem Gefässgeschwulsttyp steht, können
zu einer Neovaskularisation unter der Netzhaut führen.
Photographische
Simulation der Sicht infolge einer Makula-Degeneration
Wenn der Augenarzt die Netzhaut untersucht, kann er die Blutgefässe, die sich
unter der Netzhaut vermehren, ausfindig machen. Auch kann er eine eventuelle
Anschwellung der Netzhaut erkennen. Es kann aber unter der Netzhaut zu Blutungen
kommen, die verhindern, dass die Blutgefässe gesehen werden können. Ein zusätzlicher
Test, die fluoresceinische Angiographie, kann dann durchgeführt werden, um zu
sehen, wo sich Neogefässe befinden, und um abzuklären, wie man diese am besten
behandelt. Bei der fluoresceinischen Angiographie handelt es sich um einen Test,
bei welchem ein Kontrastmittel eingespritzt wird, das photographiert wird, sobald
es in die Netzhautgefässe gelangt. Um diesen Test durchzuführen, wird das Auge
erweitert und ein Anfangsphoto gemacht. Dann wird das Kontrastmittel in die
Vene am Arm eingespritzt. Dieser Vorgang kann mit einer Blutentnahme verglichen
werden. Sobald die Flüssigkeit eingespritzt ist, wird die Nadel entfernt und
es können sofort Photos gemacht werden, da das Kontrastmittel das Auge bereits
in den darauffolgenden Sekunden erreicht. Es werden während ca. 10 Minuten insgesamt
etwa 30 Photos von beiden Augen gemacht. Der Film wird daraufhin entwickelt
und vom Augenarzt ausgewertet. Anhand dieses Verfahrens können wichtige Informationen
in bezug auf das Abfliessen von Flüssigkeiten, über Gefässverstopfungen sowie
über das Vorhandensein von Gefässanomalien erlangt werden.
Die Diagnose der Makula-Degeneration hängt von verschiedenen Faktoren ab:
- · Eine in der Familie verwurzelte Makula-Degeneration gilt als Risikofaktor
- · Eine Totaluntersuchung der Netzhaut sollte vorgenommen werden, um allgemeine
Voranzeichen, die auf eine Makula-Degeneration hinweisen, frühzeitig zu erkennen.
Auch kann anhand solcher Untersuchungen das Vorhandensein von Drusen ausfindig
gemacht werden.
- · Zusätzliche Tests, wie die fluoresceinische Angiographie und der Test
von Amsler (siehe weiter unten) können hilfreich sein.
- · Regelmässige Kontrollen des Sehvermögens sollten unbedingt durchgeführt
werden.
Bei dem Test von Amsler handelt es sich um ein grafisches Gitter, das mit
einem Punkt im Zentrum versehen ist. Dieses Gitter ist nützlich, um Verzerrungen
im Sehfeld zu erkennen. Bei der Anwendung muss der Test in eine Distanz von
ca. 30 cm (normale Lektüredistanz) gebracht werden. Bei Brillenträgern kann
die Brille zum Testen der Augen aufgesetzt werden. Man fixiert den Punkt im
Zentrum des Gitters mit dem offenen Auge (ein Auge muss also geschlossen sein).
Alle Auffälligkeiten (Linien, die nicht gesehen werden, verzerrte Linien und
andere Anomalien) können erkannt werden. Es wird ein Auge nach dem anderen
getestet. Dieser Test eignet sich ganz besonders für Personen, die Risikofaktoren
betreffend einer feuchten" Makula-Degeneration aufzeigen. Auch kann erkannt
werden, inwieweit sich z.B. eine Besserung bei einem bereits behandelten Auge
eingestellt hat.
Test
von Amsler zum Ausdrucken
Die Behandlung der trockenen" Makula-Degeneration
- Leider gibt es für dieses Leiden keine Behandlung.
- Das Sehvermögen muss anhand des Amslergitters kontrolliert werden, um eine
feuchte" Makula-Degeneration frühzeitig erkennen zu können.
- Die Kontrollen müssen wie angegeben eingehalten werden.
- Zusätzliche Nahrungspräparate können eingenommen werden.
Die Behandlung der feuchten" Makula-Degeneration
- Eine feuchte" Makula-Degeneration führt zu einer Neovaskularisation unter
der Netzhaut. Anhand einer fluoresceinischen Angiographie können anormale
Gefässe ausfindig gemacht werden, die dann anhand einer Laserbehandlung entfernt
werden können.
- Eine Laserbehandlung hinterlässt einen blinden Punkt im Sehfeld.
- Eine Laserbehandlung kann zu einem gewissen Sehverlust führen; dieser muss
jedoch in Kauf genommen werden, um einem noch grösseren Sehverlust vorzubeugen.
- Nach einer Laserbehandlung muss das Auge regelmässig kontrolliert werden,
um sicher zu gehen, dass kein Rückfall erleidet wird. Regelmässige Kontrollen
und die Durchführung von einer fluoresceinischen Angiographie sind daher unerlässlich.
- Beide Augen müssen vom Patienten regelmässig mit dem Amslergitter getestet
werden, um jede Veränderung festzustellen.
- Zusätzliche Nahrunspräparate können eingenommen werden.
Es hat sich gezeigt, dass Personen, die an einem anti-oxydativen Vitamin- und
Mineralstoffmangel leiden, einen erhöhten Risikofaktor für eine altersbedingte
Makula-Degeneration (AMD) aufzeigen. Eine ausgewogene Ernährung und die Einnahme
von zusätzlichen Vitaminen kann einem solchen Mangel vorbeugen. Man kann sich
also die Frage stellen, ob man zusätzliche Vitamine zu sich nehmen sollte.
Bei der Netzhaut besteht das Risiko, dass sie aufgrund der Oxidierungsstoffe,
die mit dem einfallenden Licht eintreten, beschädigt wird, was zu einer Makula-Degeneration
führen kann. Die Netzhaut zeigt eine hohe Konzentration an anti-oxydativen Vitaminen
und Mineralstoffen auf. Diese Substanzen helfen, den Schäden, die aufgrund der
Oxidation entstehen, vorzubeugen. Diese Vitamine und Mineralstoffe sind:
- Vitamin A
- Vitamin E
- Vitamin C
- Zink
- B- Karotin
- Andere Karotinoide, die sich in den Nahrungsmitteln befinden
- Selen
Es werden verschiedene Studien unternommen, um einen Zusammenhang zwischen
der Ernährung und der altersbedingten Makula-Degeneration aufzuzeigen (AMD):
- Eine Studie zeigt, dass ein erhöhter Wert an Vitamin E im Blut einen Schutz
gegen die AMD sein kann. Ebenfalls kann eine erhöhte Konzentration an Vitaminen
C, E und B- Karotin einen solchen Schutz bieten.
- Eine andere Studie zeigt, dass eine grosse Konzentration an Karotinoiden,
an Vitamin C, Vitamin E und Selen im Blut einen Schutz gegen die feuchte"
Form der AMD bietet. Der Verantwortliche dieser Studie fügt jedoch an, dass
es noch zu früh sei, aufgrund der Ergebnisse eine Einnahme von zusätzlichen
Vitaminen und Mineralstoffen zu verschreiben.
- Es hat sich gezeigt, dass die Einnahme von Zink einen schwachen Schutz
gegen die ersten Stadien der AMD bietet. Eine andere Studie zeigt, dass die
Einnahme von Karotinoiden, von Vitamin C und E keinen grösseren Schutz bietet.
- Die Einnahme von zusätzlichen Vitaminen A, C, und E haben keine Risikoverminderung
der AMD aufgezeigt.
Diese Aufstellung zeigt, dass nicht alle Studien dieselben Resultate aufweisen.
Es ist also noch nicht wirklich belegt, dass die Einnahme von zusätzlichen Vitaminen
das Risiko einer AMD wirklich senken kann. Sollte jedoch eine unausgewogene
Ernährung vorliegen, so ist es durchaus möglich, dass die Einnahme von zusätzlichen
Vitaminen und Mineralstoffen das Risiko der AMD vermindert.
Viele Vitamine, vor allem die Vitamine A und E, werden im Körper gelagert,
so dass es bei zu grossen Mengen im Körper zu gefährlichen Nebenerscheinungen
kommen kann. (Sobald der Körper ein Element nicht braucht, eliminiert er es.
Bei zu grossen Mengen kann jedoch nicht alles eliminiert werden.) Bei einigen
Personen kann die Einnahme von zu grossen Mengen an Zink zu einer Blutarmut
(Anämie) führen. Auch musste eine kürzliche Studie abgebrochen werden, da die
Einnahme von zuviel B-Karotin das Lungenkrebsrisiko bei Rauchern erhöhte. Die
Einnahme von zusätzlichen Vitaminen und Mineralstoffen ist demnach nicht ohne
Risiko.
