Augenkrankheit
Graustar
Beim Graustar handelt es sich um ein Augenleiden, das vor
allem bei erwachsenen Personen auftritt. Eine Studie hat gezeigt, dass im Alter
von 65 - 74 Jahren 14 % der Männer und 24 % der Frauen, und im Alter über 75
Jahren 39 % der Männer und 46 % der Frauen einen Graustar entwickeln. Der
Graustar ist die Hauptursache für die Sehverminderung bei Personen, die über 40
Jahre alt sind. Graustaroperationen werden jährlich millionenfach durchgeführt.
Nicht alle Graustare müssen aber operiert werden. Dieses Kapitel behandelt den
Graustar bei erwachsenen Personen und zeigt auf, wie er operiert wird.
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Beim Graustar handelt es sich um eine natürliche Trübung der
Augenlinse. Im allgemeinen sind beide Augen davon betroffen, das Sehvermögen
wird aber nicht immer auf beiden Augen gleich stark in Mitleidenschaft gezogen.
Ab dem Alter von 60 Jahren tritt bei den meisten Menschen eine altersbedingte
Trübung der Augenlinse auf, die das Sehen aber nicht unbedingt beeinträchtigen
muss.
Da die Lichtstrahlen durch die Augenlinse hindurchdringen, um auf die Netzhaut
zu treffen, handelt es sich bei den Hauptsymptomen des Graustars (infolge
der getrübten Augenlinse) um folgende Sehstörungen: |
- Eine graduelle Sehverminderung (Nah- und Fernsicht), oder aber die Nahsicht
kann anhand einer Brille nicht mehr korrigiert werden.
- Eine optische Veränderung, die zu einer Kurzsichtigkeit führt. Manche
Personen brauchen dann aufgrund der hervorgerufenen Kurzsichtigkeit keine
Lesebrille mehr.
- Eine gewisse Lichtüberempflindlichkeit, die nicht schmerzhaft ist.
In der Nacht kann es zu starkem Blenden und Flimmern vor den Augen kommen
(Scheinwerfer beim Autofahren). Manchmal kann das Flimmern aber auch stärker
am Tag sein.
- Lichthöfe um Lampen herum und ein doppeltes Sehen auf einem Auge (wenn
das andere Auge abgedeckt ist).
- Verminderung des Farbensehens
- Der Graustar verursacht keine Schmerzen, ausser er ist schon sehr stark
fortgeschritten. Auch kommt es weder zu Rötungen noch zu Reibungsgefühlen,
und bei der Linsentrübung handelt es sich nicht um eine Art Haut, die ständig
anwächst.
- Es gibt verschiedene Graustararten:
- Der Kerngraustar: Die Linsentrübung nimmt ihren Anfang im „Kern" und
Zentrum der Augenlinse und breitet sich von dort aus. Es handelt sich
um einen langsamen Prozess, der die Optik des Auges mehr und mehr verändern
kann.
- Der kortikale Graustar: Es handelt sich um eine „strahlenförmige" Trübung
der Linse, welche immer mehr ins Zentrum der Pupille vordringt und ein
Flimmern vor den Augen verursachen kann.
- Der Graustar mit hinterer Schalentrübung: Es handelt sich um einen
Graustar, bei welchem sich nahe der Linsenoberfläche eine Art Kruste bildet.
Das Sehvermögen wird bei diesem Graustar schneller beeinträchtigt als
bei den anderen Arten. Dieser Graustar kommt häufiger bei jüngeren Leuten
(unter 60 Jahren) vor.
- Es gibt auch Gaustare, die eine Mischung aus all diesen Graustararten
sind.
Simulation
des Sehvermögens beim. (Die verschiedenen Sehprobleme, welche auftreten
können.)
| Die Ursachen, die zu einem Graustar führen können, sind noch
nicht voll und ganz erforscht. Fragen, die z.B. das Eindämmen der Entwicklung
des Graustars betreffen, stehen zu einem grossen Teil noch offen. |
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Einige Ursachen des Graustars:
- Eine Veränderung an der Augenlinse, die durch den normalen Alterungsprozess
hervorgerufen wird. Ab einem gewissen Alter kann sich ein Graustar entwickeln,
der aber das Sehvermögen nicht unbedingt beeinträchtigen muss. Der Graustar
kann auch Vererbung sein.
- Der Graustar kann mit gewissen medizinischen Problemen, wie z.B. Diabetes,
in Verbindung stehen.
- Der Graustar kann in Verbindung mit gewissen Medikamenten, wie z.B. der
Einnahme von Steroiden (eine Behandlung, die über längere Zeit andauert oder
die Einnahme einer hohen Dosis), stehen.
- Es hat sich gezeigt, dass Rauchen ein Risikofaktor darstellt.
- Der Graustar kann auch nach einem Augentrauma (nach einem sehr starken
Trauma bereits nach sehr kurzer Zeit) oder aber bei gewissen Entzündungszuständen
(Iritis) auftreten.
Ein Graustar sollte erst entfernt werden, wenn er Sehstörungen hervorruft.
Dabei ist aber der Sehschärfeverlust (20/50 - minimum 0.4) weniger relevant,
als das Ausmass der Einschränkungen, denen eine Person im Alltag infolge der
Sehverminderung unterliegt. Der Graustar muss nicht mehr „reif" sein, damit
man ihn operiert. Man wartet also mit einem chirurgischen Eingriff nicht mehr,
bis ein totaler Sehverlust vorliegt.
- Es ist wichtig, beim Augenarzt eine Gesamtuntersuchung durchführen zu lassen,
um zu bestimmen, ob überhaupt ein Graustar vorliegt, und ob das Sehen durch
den Graustar beeinträchtigt wird.
- Der Arzt wird den Patienten fragen, ob Sehschwierigkeiten beim Autofahren,
beim Lesen, bei der Arbeit oder bei den Hobbies auftauchen, ob ein Flimmern
vor den Augen vorliegt usw. Die Angaben helfen dem Augenarzt, die Art des
Augenleidens zu bestimmenden.
- Manchmal kann schon eine einfache Aenderung in bezug auf die optische Korrektur
das Sehvermögen verbessern und auf diese Weise eine Operation umgangen werden.
Das Flimmern vor den Augen kann so aber nicht voll und ganz behoben und die
Sehqualität nicht wieder 100%ig hergestellt werden
- Eine Gesamtuntersuchung beim Augenarzt zeigt auf, ob der Graustar der Grund
für den Sehverlust ist, und ob der Graustar operiert werden muss. Weitere
Tests können aufzeigen, ob andere Augenkrankheiten, wie z.B. eine krankhafte
Hornhaut, ein Grünstar, Probleme mit der Netzhaut oder mit dem Sehnerv, usw.
vorliegen. Diese Krankheiten können nämlich der Grund sein, dass das Sehvermögen
nach der Graustaroperation nicht wieder zu 100 % hergestellt werden kann.
- Der Graustar wird entfernt, sobald er das Sehen beeinträchtigt (falls die
Person durch den Sehverlust in ihren Tätigkeiten eingeschränkt ist). Dem Patienten
wird der Vorgang des Eingriffs genau erklärt, und er wird über die Risiken
der Operation informiert.
Cataracts
Symptoms
Wie wird der Graustar entfernt? Welches sind die Risiken?

Das Entfernen des Graustars wird anhand eines äusserst genauen Verfahrens durchgeführt.
Die Heilungsperiode, die es braucht, bis das Sehvermögen wiederhergestellt ist,
soll dadurch so kurz wie möglich ausfallen.
- · Die Entfernung des Graustars wird ambulant im Operationssaal
durchgeführt.
Dem Patienten werden Tropfen zur Dilatation eingegeben, ein Anästhesiemittel
zur lokalen Narkose eingespritzt und ein Beruhigungsmittel verabreicht. (Der
Patient wird also nicht vollständs „eingeschläfert". Manche Personen schlafen
jedoch während der Operation.)
- · Die Operation dauert zwischen 30 und 60 Minuten. Der getrübte Teil der
Augenlinse wird anhand einer Technik, welche man „Phakoemulsifikation"
nennt, entfernt. Bei diesem Verfahren wird die Augenlinse in Teilchen
zerlegt, so
dass sie aus dem Auge entfernt und eine Plastiklinse eingesetzt werden kann.
Diese künstliche Linse wird so bemessen, dass die optische Korrektur, welche
nach der Operation noch zurückbleibt, möglichst klein ist. Das Implanat muss
nur in seltenen Fällen ausgewechselt werden. Die Oeffnung, die durch die Operation
auf dem Auge entsteht, kann nach dem Eingriff genäht werden. Dies ist jedoch
nicht unbedingt erforderlich.
- · Nach der Operation bleibt der Patient einige Stunden zur Beobachtung,
bevor er nach Hause gehen kann. Das Auge muss dann mit einem Verband abgedeckt
werden. Dieser Verband wird am folgenden Tag entfernt, um das Auge zu kontrollieren,
und um die vom Arzt verschriebenen und zur Heilung verhelfenden Tropfen einzugeben.
Diese Augentropfen werden über eine gewisse Zeit angewendet. Nach einem Monat
kann dann eine optische Korrektur verschrieben werden, falls dies nötig sein
sollte.Wenn auch das zweite Auge operiert werden muss, so kann dies im allgemeinen
frühestens 4 - 6 Wochen nach dem ersten Eingriff getan werden.
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Die Operation des Graustars verläuft im Normalfall ohne Komplikationen.
Es bestehen jedoch gewisse Risiken:
- Wie bei jedem chirurgischen Eingriff kann es zu Blutungen oder zu einer
Infektion kommen. Dies ist jedoch eher rar bei der Graustaroperation.
- Es besteht das Risiko, dass das Sehvermögen nicht so gut wiederhergestellt
wird, wie man sich das erhofft hat. Dies kann mit Augenproblemen zusammenhängen,
welche schon vor der Operation vorlagen und nicht erkannt wurden
- Es besteht das Risiko, dass das eingesetzte Implanat nicht richtig
angepasst ist. Dies kommt jedoch immer seltener vor, da die Berechnungsmethoden
für die Sehstärke der Linse immer präziser werden.
- Es kann vorkommen, dass die Membran, auf welcher das Implanat aufgesetzt
wird, mit der Zeit trüb wird. Die Trübung kann mit Laser in weniger als
10 Minuten entfernt werden.
- Es besteht ein geringes Risiko (ca. 1 %), dass es nach der Graustaroperation
zu einem Ablösen der Netzhaut kommt. Auch besteht das Risiko, dass ein
Oedem auf der Hornhaut entstehen kann.
- Andere Risiken stehen mit Diabetes, mit dem Grünstar, mit der Makula-Entartung
und anderen Augenleiden in Zusammenhang. Das Bestehen eines solchen Leidens
muss dem Augenarzt unbedingt vor der Operation mitgeteilt werden!

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