ABBILDUNGSFEHLER VON BRILLENGLÄSERN
Dünnere
und leichtere Gläser zu produzieren.(4)
Von Prof. Mo Jalie
Die Dickenreduktion ist das Ergebnis eines aus zwei Schritten bestehenden
Prozesses. Zuerst einmal kann man durch die Verwendung einer flacheren
Basiskurve ein wesentlich weniger stark gekrümmtes Glas erhalten. Zweitens wird
die Mittendicke durch einen kleineren Sagittalschnitt an der Vorderfläche
reduziert.
Abbildung 1
Vergleich der Mittendicke von +4.00 D Gläsern unterschiedlicher Form aus CR39
mit einem Durchmesser von 70 mm und einer Randdicke von 1,0 mm. Es wird
deutlich, dass die Mittendicke mit der Krümmung des Glases zunimmt.
Flachere Formen In Abbildung 1 ist die Mittendicke von Gläsern mit +4.00 D
aus CR39, einem Durchmesser von 70mm und einer Randdicke von 1,0 mm dargestellt.
Man sieht: Je flacher das Glas, desto dünner ist es. Wenn das Glas mit einer
Basiskurve von -1.50 statt mit der üblichen Innenkurve von -5.25 hergestellt
wird, die notwendig ist, um ein punktuell abbildendes Glas zu erhalten,
reduziert man die Mittendicke um 0,6 mm. Diese flachere Form erfährt jedoch eine
astigmatische Abweichung, wenn das Auge durch Achsfeme Bereiche des Glases
sieht. In Abbildung 2 ist die Verschlechterung der Achsfemen Leistung
dargestellt. Abbildung 2a ist ein Blickfelddiagramm für ein Glas mit +4.00 D und
einer rückseitigen Kurve von -5.25. Man sieht, dass die tangentielle und die
sagittale schräge Scheitelkugel-Wirkung für alle Blickrichtungen die gleiche
ist. Diese Form weist keinen Astigmatismus schräger Bündel auf und stellt für
diese Wirkung eine punktuell abbildende Form dar. In Abbildung 2b ist die
achsferne Leistung eines mit sphärischen Flächen hergestellten Glases mit +4.00
D und einer rückseitigen Hächenwirkung von -1.50 dargestellt. Es wird deutlich,
dass die reale Wirkung des Glases, wenn sich das Auge um 35° von der optischen
Achse entfernt, 4.05/+0.87 beträgt. Bei dieser geringen Krümmung erhält man eine
astigmatische Abweichung von fast 1.00 D, wenn sich das Auge um 35° von der
optischen Achse entfernt. Um die astigrnatische Abweichung zu eliminieren, kann
eine asphärische Fläche mit einer Form benutzt werden, die einen negativen
Flächenastigmatismus erzeugt und den Astigmatismus schiefer Bündel
neutralisiert.
Abbildung 2
Vergleich der achsfernen Leistung von +4.00 D Gläsern unterschiedlicher Form.
a) +4.00 D punktuell abbildendes Glas mit sphärischen Flächen.
b) +4.00 Glas mit einer rückseitigen Kurve von -1.50 D und sphärischen Flächen.
c) +4.00 D Glas mit einer rückseitigen Kurve von -1.50 D und einer
konvexen Hyperboloidfläche.
Abbildung 2 zeigt die achsferne Leistung eines Glases mit +4.00 D und einer
rückseitigen Flächenwirkung von -1.50, das mit einer konvexen asphärischen
Fläche hergestellt wird, deren p-Wert speziell ausgewählt wurde, um den
Astigrnatismus schiefer Bündel zu neutralisieren. Diese Form hat die gleichen
schrägen Scheitelkugel-Wirkungen wie die punktuell abbildende Form mit
sphärischen Flächen, deren Leistung in Abbildung 2a dargestellt ist. Die Fläche
ist ein konvexes Hyperboloid mit einem p-Wert von -.18.
Kleinere Sagittalschnitte:
Die zweite Etappe des Prozesses, mit dem ein dünneres Glas hergestellt werden
soll, besteht darin, dass der erforderlichen asphärischen Fläche für einen
gegebenen Durchmesser ein kleinerer Sagittalschnitt verliehen wird als einer
sphärischen Fläche mit dem gleichen Scheitelpunktradius. Der kleinere
Sagittalschnitt an der Vorderfläche führt zu einer weiteren Reduktion der
Mittendicke des Glases: Man spart zusätzliche 0,6 mm ein. Die asphärische
Glasforrn führt im Vergleich zur
traditionellen sphärischen Form zu einer Gesamtreduktion der Mittendicke von
1,2 mm. Man kann die Dicke des Glases noch stärker reduzieren, indem man ein
Höherbrechendes Material verwendet. Wenn man zudem noch die gleiche
astigmatische Abweichung von fast 1.oo D, wenn sich das Auge um 35° von der
optischen Achse entfernt. Um die astigrnatische Abweichung zu eliminieren, kann
eine asphärische Fläche mit einer Form benutzt werden, die einen negativen
Flächenastigmatismus erzeugt und den Astigmatismus schiefer Bündel
neutralisiert. Abbildung 2c zeigt die achsferne Leistung eines Glases mit +4.oo
D und einer rückseitigen Flächenwirkung von -1.50, das mit einer konvexen
asphärischen Fläche hergestellt wird, deren p-Wert speziell ausgewählt wurde, um
den astigrnatismus schiefer Bündel zu neutralisieren. Diese Form hat die
gleichen schrägen Scheitelkugel-Wirkungen wie die punktuell abbildende Form mit
sphärischen Flächen, deren Leistung in Abbildung 2a dargestellt ist. Die Fläche
ist ein konvexes Hyperboloid mit einem p-Wert von -1.8.
Kleinere Sagittalschnitte
Die zweite Etappe des Prozesses, mit dem ein dünneres Glas hergestellt werden
soll, besteht darin, dass der erforderlichen asphärischen Fläche für einen
gegebenen Durchmesser ein kleinerer Sagittalschnitt verliehen wird als einer
sphärischen Fläche mit dem gleichen Scheitelpunktradius. Der kleinere
Sagittalschnitt an der Vorderfläche führt zu einer weiteren Reduktion der
Mittendicke des Glases: Man spart zusätzliche 0,6 mm
ein. Die asphärische Glasforrn führt im Vergleich zur
traditionellen sphärischen Form zu einer Gesamtreduktion der Mittendicke von
1,2 mm. Man kann die Dicke des Glases noch stärker reduzieren, indem man ein
höherbrechendes Material verwendet. Wenn man zudem noch die gleiche Basiskurve
verwendet, erzielt man eine zweifache Dickenreduktion. Erstens erhält man die
offensichtliche Reduktion durch die Sagittalschnitte der Kurven, weil längere
Kurvenradien verwendet werden, und da die Verwendung der gleichen Basiskurve für
diese Wirkung mit einem höherbrechenden Material einen längeren Kurvenradius am
Scheitelpunkt erforderlich macht, wird das Glas noch flacher und erfordert eine
größere Asphärisierung, damit die Fläche die achsferne Leistung erzielen kann.
Man sieht in Abbildung 3, wie man die Mittendicke eines Glases von +4.00 D mit
einem Durchmesser von 70 mm reduzieren würde, wenn das Glas aus Materialien mit
einem Brechungsindex von 1.60 bzw. 1.70 hergestellt werden würde.
Abbildung 3
Vergleich der Mittendicke von asphärischen Gläsern mit +4.00 D aus
Materialien mit unterschiedlichen Brechungsindizes.
Wie in der Abbildung gezeigt, wurde die Asphärisierung der konvexen Flächen
speziell ausgewählt, um für jedes Glas die gleiche achsferne Leistung zu
erzielen. Aus Abbildung 3 kann man einen anderen großen Vorteil dieser
asphärischen Designs für Gläser mit geringer optischer Wirkung zur
Hypermetropie- Korrektion ersehen. Das -4.00 D
Originaldesign der besten Form mit sphärischen Flächen erforderte eine
Mittendicke von 6,6 mm, um bei einem Durchmesser von 70 mm eine Randdicke von
1,0 mm zu erhalten. Wenn dieses nicht abgekantete Glas auf einen fertigen
Durchmesser von 50 mm heruntergeschliffen wird, hat es eine Randdicke von 4,1
mm, was für ein Glas dieser optischen Wirkung nicht akzeptabel ist. Demgegenüber
weist das asphärische Design aus einem Material mit einem Brechungsindex von
1.60 eine Mittendicke von 4,5 mm auf und hätte eine Randdicke von 2,6 mm, wenn
es auf einen fertigen Durchmesser von 50 mm heruntergeschliffen
werden würde. Das asphärische Design eignet sich also wesentlich besser für das
Ausliefern von Gläsern mit einem großen Durchmesser, die noch nicht abgekantet
sind und entsprechend der gewählten Form und Größe des Glases auf kleinere
Durchmesser heruntergeschliffen werden müssen.
Asphärische Gläser zur
Myopiekorrektion
Abbildung 4
Vergleich der Randdicke von -4.00 D Gläsern unterschiedlicher Form aus
CR39 mit einem Durchmesser von 70 mm und einer Mittendicke von 2,0 mm.
Die Methode des Abflachens eines gekrümmten Glases, um es dünner zu machen,
und dann der Asphärisierung einer Fläche, um die gewünschte achsferne Leistung
zu erzielen, kann auch auf Minusgläser angewendet werden. Die Dickenreduktion,
die man bei Gläsern mit -4.00 D aus CR39, einem nicht abgekanteten Durchmesser
von 70 mm und einer Mittendicke von 2,o mm erhält, ist in Abbildung 4 gezeigt.
Man sieht, dass das traditionelle Design bester Form mit sphärischen Flächen
eine Basiskurve von +4.75 D verwenden kann, wenn die sich ergebende Randdicke
8,0 mm beträgt. Wenn die Basiskurve auf +7.5 D abgeflacht wird, erhält man eine
Randdicke von 7,1 mm, d. h. man spart am Rand 0,9 mm ein. Die Asphärisierung des
flacheren Glases, um die gleiche achsferne Leistung zu erhalten wie beim
sphärischen Design bester Form, führt zu einer Randdicke von 6,4 mm, d. h. zu
einer Reduktion um weitere 0,7 mm. Das endgültige asphärische Design ist um 1,6
mm dünner als die traditionelle sphärische Form. Asphärische Minusgläser
enthalten eine konvexe asphärische Fläche, die dazu dient, die Konvexität der
Vorderfläche zum Glasrand hin zu erhöhen (Abb. 5). Im Allgemeinen kann ein
konvexes abgeplattetes Ellipsoid verwendet werden, dessen Tangentialkurve sich
schneller erhöht als die einer sphärischen Fläche mit dem gleichen
Scheitelpunktradius.
Abbildung 5
Konvexe abgeplattete ellipsoidale Fläche zur Reduktion der Randdicke eines
Minusglases. Die Fläche erzeugt einen positiven Astigmatismus, der dem negativen
Flächenastigmatismus, welcher mit dem abgeflachten asphärischen Design
einhergeht, entgegenwirkt.
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