Perret Augenoptiker
 
Wir sind eine Optiker-Familie, seit drei Generationen, wir führen Brillen, Kontaktlinsen und optische Instrumente

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Kunsthoffbrillen

Verschiedene Kunststoffe zur Herstellung von Brillenfassungen
 

“Fassungen für Leute, die bewusst und gerne Brille tragen” Schlieslich hat die Brücke einen Vollsitz, das Gewicht wird gleichmäßig verteilt, während es bei Metallbrillen eine Punkt- auflage gibt. Außerdem lassen sich bei Korrektionsbrillen auch dickere Gläser verbergen, was höherne ästhetischen An- sprüchen genügt.
 Aus schlichtem einfarbigen Acetat ist längst eine Art Kleinkunst geworden, die dem Wort Kunst-Stoff eine ganz neue Bedeuteung zu kommen lässt. Das Licht greift in die Tiefe, lässt wie schon be- schrieben Farbschichten durch- scheinen und eingearbeitete Partikel aufleuchten. Fast unendlich scheint die Welt der Farben und formalen Spielereien. Erstaunlich was sich aus dem Ausgangsmaterial Baumwolle, bekanntlich vermischt mit Stof- fen wie Alkohol und Aceton und zu Blöcken oder Platten gepresst, alles fertigen lässt. Brillen nämlich, dei eine gewisse Sinnlichkeit ausstrahlen, die sich weich und warm anfühlen.

Wie viel Farbe jeder möchte, muss letztendlich der Kunde selbst entscheiden. Das Angebot jedenfalls ist in dieser Saison groß. Wer´s dezenter liebt, der kann sich natürlich mit Schwarz, Balu, einem metallischen “Gun”-Ton, mit Braun- und Bronzetönen versorgen. Schwarz plus Rot, Schwarz plus Honig- gelb, Blau plus Weiß plus Transparent, solche und andere Farbkombinationen werden bei Acetatfassungen mit zwei oder drei Schichten angeboten. Besonders schöne Effekte entstehen, wenn die oberre Schicht an bestimmten Partien abgeschliffen wird und die untere Schicht zum vorschein kommt.
Neu sind die technischen Möglichkeiten der Verarbeitung. Die Acetatschichten können nicht nur verklebt werden, sondern auch durch Reib- schweißen zusammengefügt werden. Vorteil dieser Methode ist die bessere Haltbarkeit, es entstehen keine “Spalten” zwischen den einzelnen Schichten.      

 

Acetat

Wer eine Brillenfassung aus diesem Material trägt, der merkt wie seidig, warm und leicht sie sich anfühlt. Das liegt daran, dass diese Brillenfassung fast ein Naturprodukt ist. Sie besteht nämlich zum größten Teil aus reiner Baumwolle. Der Vorteil der Acetat- Brillenfassungen liegt in der riesigen Auswahl an Formen, Farben und Effekten. Der erste Schritt in der Herstellung ist das Vermischen von weißem Baumwollpulver mit Alkohol und Aceton zu einer homogenen Masse. Mit erwärmten Zylindern werden daraus Platten gewalzt, die aufeinandergelegt unter hohem Druck und Wärme zu Blöcken gepresst werden. Nach dem Trocknungsprozess kann das Acetat geschnitten, gestanzt, erhitzt, gebogen, gefräst, gewölbt, montiert, poliert und geglättet werden, je nach Design der zu fertigenden Brillenfassung.

Der Grundstoff zur Herstellung von Acetat ist Zellulose, welche mit einer Mischung von Eisessig und Essisäureanhydrid sowie einem Katalysator (Zinkchlorid) umgesetzt wird.
Zur Herstellung von Brillen wird das Material durch ein Spritzgussverfahren in Form gebracht oder aus einem Block herausgeschnitten. Durch einen anschließenden Poliervorgang wird die Fassung dann auf Hochglanz gebracht. Acetat ist sehr gut hautverträglich, allerdings bildet sich nach längerer Tragedauer ein weißer Belag auf der Fassung, der durch Ausschwitzen der Weichmacher zustande kommt. Dieser kann jedoch durch erneutes Polieren entfernt werden. Bei tiefen Temperaturen weist das Material eine erhöhte Bruchgefahr auf, bei hohen Temperaturen ist die Formbeständigkeit nicht mehr gegeben.

Property

Value

Density (g/cm3)

1.22

Surface Hardness

RR94

Tensile Strength (MPa)

35

Flexural Modulus (GPa)

1.76

Notched Izod (kJ/m)

0.13

Linear Expansion  (/°C x 10-5)

12

Elongation at Break (%)

60

Strain at Yield (%)

4

Max. Operating Temp. (°C)

60

Water Absorption (%)

1.8

Oxygen Index (%)

17

Flammability UL94

HB

Volume Resistivity (log ohm.cm)

12

Dielectric Strength (MV/m)

11

Dissipation Factor 1kHz

0.03

Dielectric Constant  1kHz

4

HDT @ 0.45 MPa (°C)

96

HDT @ 1.80 MPa (°C)

82

Material. Drying  hrs @ (°C)

2 @ 70

Melting Temp. Range (°C)

180 - 250

Mould Shrinkage (%)

0.5

Mould Temp. Range (°C)

40 -  50

 

Celluloseacetat

Cellulose-Acetat

Optyl® und SPX

Diese zwei speziellen Materialien zeichnen sich durch große Elastizität aus. Sie werden im Vakuumverguss bzw. Spritzguss hergestellt, die Farben und Formenvielfalt ist bei weitem nicht so groß wie bei Acetat- Brillenfassungen.

Im Jahr 1968 bringt die Epoxidharzchemie dieses neue Fassungsmaterial auf den Markt. Bedingt durch seine niedrige Dichte lassen sich aus Optyl sehr leichte Brillen fertigen, eine Eigenschaft die den Tragekomfort erhöht. Optyl ist wesentlich härter und kratzbeständiger als Acetat und auch die Formbeständigkeit unter Wärmeeinfluß ist wesentlich besser. Die hervorstechenste Eigenschaft von Optyl ist sein Memoryeffekt: bei 80-100°C nimmt der Werkstoff wieder seine ursprüngliche Gestalt an. Somit muss eine Brille beim Anpassen in der gewünschten Form gehalten werden bis der Werkstoff abgekühlt ist. Optyl ist sehr gut hautverträglich und wird, da es keine Weichmacher enthält nicht spröde.

 
Propionat

Propionat ist ähnlich dem Acetat und wird sowohl für die Block- bzw. Plattenverarbeitung als auch im Spritzguss verwendet.

Zelluloid

Dies ist das älteste Kunststoffmaterial, das zur Fassungsherstellung verwendet wird. Da Zelluloid während des Herstellungsprozesses sehr feuergefährlich ist, wird es heute nicht mehr verwendet. Dieser Werkstoff wird seit 1874 verwendet und ist bis weit in die 50er Jahre hinein das meist verbreiteste Material in der Brillenindustrie gewesen. Zelluloid ist leicht entflammbar; innerhalb von 5 Sekunden nach Flammenkontakt beginnt das Material zu brennen. Innerhalb von weiteren 10 Sekungden verbrennt eine Brillenfassung vollständig zu Asche.

Silikon

Silikon findet in der Herstellung einzelner Brillenteile Verwendung. Vor allem die Pads (Nasenstützen bei Metallbrillen) und Bügelenden werden aus diesem Material gefertigt. Der Vorteil liegt darin, dass diese Teile sehr rutschsicher sind; die Brille hält besser und drückt nicht.

Schildpatt

Schildpatt wird aus den Panzern diverser Arten von Meeresschildkröten gewonnen. Dieser Rohstoff ist seit Jahrhunderten das Material für die edelsten Brillenfassungen. Aufgrund der hohen Zugfestigkeit fertigt man dünne und leichte Brillenfassungen, die druckunempfindlich sind. Ein weiterer Vorteil dieses Materials ist die gute Hautverträglichkeit. Meeresschildkröten stehen unter Artenschutz und seit 1984 ist ihre Einfuhr und auch der Import von aus ihnen gewonnenen Produkten in Deutschland verboten. Brillenfassungen aus Schildpatt können deshalb nur noch mit einer sog. Cite-Bescheinigung verkauft werden, welche belegt dass das Material vor 1984 eingekauft wurde.

Büffelhorn

Horn wird seit dem 16. Jahrhundert als Fassungsmaterial verwendet. Es werden folgende Arten verarbeitet:

  • Massivhorn (Afrikanisches Wasserbüffelhorn)
  • Vasenhorn (Indisches Siamhorn / Irish-Horn)

Am häufigsten finden Vasenhörner Verwendung. Diese sind, im Gegensatz zu den Massivhörnern, innen hohl. Zur Herstellung von Brillenfassungen werden dünne Hornplatten schichtweise mit gegenläufiger Faserstruktur unter hohem Druck und unter der Einwirkung von Wasserdampf miteinander verschweißt. Durch dieses Verfahren verbessert sich die Formbeständigkeit und Festigkeit des Produktes. Durchsichtigkeit, Farbe und Maserung des Hornes können chemisch beeinflußt werden.
Büffelhorn löst keine Allergien aus und besitzt darüber hinaus den Vorteil, dass die Tiere zur Materialgewinnung nicht getötet werden müssen.

Polyamid - Nylon

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